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Das Schmuckmuseum Pforzheim gibt in der historischen Ausstellung „Die Welt neu geordnet ­– Schätze aus der Zeit Napoleons“ einen spannenden Einblick in den Zusammenhang von Politik, Mode und Schmuck.

Vor 250 Jahren wurde Napoleon Bonaparte in der korsischen Hauptstadt Ajaccio geboren. Der spätere Feldherr, Politiker und Kaiser der Franzosen war ein Mann, der nicht nur die gesellschaftliche Ordnung in Frankreich grundlegend veränderte, sondern auch die gesamte europäische Staaten-Landschaft. So wurde durch den von ihm deklarierten „Code civil“ die Gleichstellung aller Menschen ausgerufen, so dass nunmehr weder Adel noch Klerus eine privilegierte Stellung innehatten. Dieser gesellschaftliche Umbruch hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Mode und den Schmuck jener Zeit.

Im Gegensatz zum üppigen Barock-Schmuck war der Schmuck in der Ära Napoleons schlichter und zarter und häufig auch mit Gemmen oder Lorbeerblättern verziert. Dies führen in der Pforzheimer Ausstellung nicht nur Mode-Stiche und Zeitschriften aus jener Zeit vor Augen, sondern auch historische Schmuckstücke wie zum Beispiel Diademe und Halsketten, Tafelservice und Gürtel. Dass der Gürtel so in den Fokus rückte, lag an der mit der neuen gesellschaftlichen Ordnung einhergehenden antikisierende Pariser Mode, die sich durch kurzärmlige Kleider und eine hohe Taille auszeichnete. Es war eine ganz neue Mode, die natürlich auch neue Typen von Schmuckstücken erforderlich machte.
Zugleich wirft die Ausstellung „Die Welt neu geordnet ­– Schätze aus der Zeit Napoleons“ aber auch einen Blick über die Landesgrenzen Frankreichs. So entstand zum Beispiel in der Ära Napoleons in Preußen der so genannte Berliner Eisenschmuck, dessen Produktion während der Befreiungskriege zwischen 1813 und 1815 ihren Höhepunkt hatte. Die preußische Königsfamilie hatte schließlich an alle Bürger appelliert, ihren Gold- und Silberschmuck für die Rettung des Vaterlandes abzugeben und ihn gegen Eisenschmuck einzutauschen. Unter dem patriotischen Motto „Gold gab ich für Eisen“ sollte so der Aufstand gegen Napoleon finanziert werden.

Mit rund 150 Exponaten zeigt die Ausstellung sehr anschaulich, wie sich die Schmuck- und Modeproduktion unter dem Einfluss von Napoleon veränderte und wie sich die politischen Verhältnisse in ihrer Zeit auf die Schmuck- und Modekonventionen auswirken. Selbstverständlich sind unter den Arbeiten auch Arbeiten von Chaumet zu sehen, dem Hofjuwelier Napoleons sowie Bilder, die zeigen wie sich Napoleon in der Öffentlichkeit inszenierte und darstellen ließ.

Die Welt neu geordnet – Schätze aus der Zeit Napoleons“
19. Oktober 2019 bis 1. März 2020 im Schmuckmuseum Pforzheim
Di bis So und feiertags 10 bis 17 Uhr (außer Heiligabend und Silvester)
Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

www.schmuckmuseum.de

 

Bilder:
Joséphine im Krönungsornat
Baron François Gérard, 1807/08
Öl auf LeinwandMusée National du Château de Fontainebleau

Halsschmuck
Gold, Perlen, Rubine
Verm. deutsch, um 1820
Angeblich aus dem Besitz von Marie Louise, der zweiten Gemahlin Napoleons
© Schmuckmuseum Pforzheim Foto Petra Jaschke

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor 250 Jahren wurde Napoleon Bonaparte in der korsischen Hauptstadt Ajaccio geboren. Der spätere Feldherr, Politiker und Kaiser der Franzosen war ein Mann, der nicht nur die gesellschaftliche Ordnung in Frankreich grundlegend veränderte, sondern auch die gesamte europäische Staaten-Landschaft. So wurde durch den von ihm deklarierten „Code civil“ die Gleichstellung aller Menschen ausgerufen, so dass nunmehr weder Adel noch Klerus eine privilegierte Stellung innehatten. Dieser gesellschaftliche Umbruch hatte selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Mode und den Schmuck jener Zeit.

Im Gegensatz zum üppigen Barock-Schmuck war der Schmuck in der Ära Napoleons schlichter und zarter und häufig auch mit Gemmen oder Lorbeerblättern verziert. Dies führen in der Pforzheimer Ausstellung nicht nur Mode-Stiche und Zeitschriften aus jener Zeit vor Augen, sondern auch historische Schmuckstücke wie zum Beispiel Diademe und Halsketten, Tafelservice und Gürtel. Dass der Gürtel so in den Fokus rückte, lag an der mit der neuen gesellschaftlichen Ordnung einhergehenden antikisierende Pariser Mode, die sich durch kurzärmlige Kleider und eine hohe Taille auszeichnete. Es war eine ganz neue Mode, die natürlich auch neue Typen von Schmuckstücken erforderlich machte.
Zugleich wirft die Ausstellung „Die Welt neu geordnet ­– Schätze aus der Zeit Napoleons“ aber auch einen Blick über die Landesgrenzen Frankreichs. So entstand zum Beispiel in der Ära Napoleons in Preußen der so genannte Berliner Eisenschmuck, dessen Produktion während der Befreiungskriege zwischen 1813 und 1815 ihren Höhepunkt hatte. Die preußische Königsfamilie hatte schließlich an alle Bürger appelliert, ihren Gold- und Silberschmuck für die Rettung des Vaterlandes abzugeben und ihn gegen Eisenschmuck einzutauschen. Unter dem patriotischen Motto „Gold gab ich für Eisen“ sollte so der Aufstand gegen Napoleon finanziert werden.

Mit rund 150 Exponaten zeigt die Ausstellung sehr anschaulich, wie sich die Schmuck- und Modeproduktion unter dem Einfluss von Napoleon veränderte und wie sich die politischen Verhältnisse in ihrer Zeit auf die Schmuck- und Modekonventionen auswirken. Selbstverständlich sind unter den Arbeiten auch Arbeiten von Chaumet zu sehen, dem Hofjuwelier Napoleons sowie Bilder, die zeigen wie sich Napoleon in der Öffentlichkeit inszenierte und darstellen ließ.

Die Welt neu geordnet – Schätze aus der Zeit Napoleons“
19. Oktober 2019 bis 1. März 2020 im Schmuckmuseum Pforzheim
Di bis So und feiertags 10 bis 17 Uhr (außer Heiligabend und Silvester)
Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

www.schmuckmuseum.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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